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4. Mai 2016: Rede "Zukunftsoffensive Bildung wirkt – das Land kommt voran: Mehr und bessere Ganztagsschulen in Niedersachsen"

- Es gilt das gesprochene Wort. -


Anrede;

Mit der Zukunftsoffensive Bildung haben wir als Regierungsfraktionen gemeinsam mit der Landesregierung einen Quantensprung vollzogen. Wir haben mit diesem Paket dafür Sorge getragen, dass endlich Ganztagsschule auch Ganztagsschule ist und das hat aus unserer Sicht etwas mit ordentlicher Ausstattung zu tun!

Dabei haben wir uns von unserem Verständnis über Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe von Schülerinnen und Schülern am Bildungssystem leiten lassen.

Die Antwort der Opposition war stets ein reflexartiges Kritisieren, ohne überhaupt ansatzweise ein bildungspolitisches Gesamtkonzept zu haben.

Wir haben mit unserem Konzept des Ganztages ganz klar die Qualität in den Vordergrund gestellt und nun wieder einmal mehr die Bestätigung dafür bekommen, dass wir auf dem richtigen Weg sind!

Die Anzahl der nunmehr richtigen Ganztagsschulen ist auf mehr als 1.700 angestiegen, das sind mehr als die Hälfte aller Schulen in Niedersachsen.

Während der ehemalige Kultusminister und Hoffnungsträger der Union Bernd Althusmann die Schulen mit einer durchschnittlichen Zuweisung von 25 Prozent abgespeist und damit rechtlich fragwürdige Arbeitsverhältnisse gefördert hat, hat Kultusministerin Frauke Heiligenstadt den Schulen nunmehr eine Zuweisung von 75 Prozent an Geld und damit rechtlich sichere Arbeitsverhältnisse ermöglicht.

Das nennt man richtigen, das nennt man guten Ganztag!

Wir haben nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ den Ganztag in Niedersachsen weiter ausgebaut. Von dem Ganztagszuschlag und den erweiterten pädagogischen Möglichkeiten profitieren nicht nur die Schulen, sondern insbesondere die Schülerinnen und Schüler.

„Die Zukunftsoffensive Bildung fußt auf zwei Säulen: Mehr Ressourcen und mehr pädagogisch zu gestaltende Zeit für eine nachhaltige Lehr- und Lernkultur, wie es im 2014 in Kraft getretenen Erlass zur Arbeit in der Ganztagsschule dargelegt ist.“, so formuliert es Frauke Heiligenstadt.

Dieser Weg ist richtig, meine sehr geehrten Damen und Herren.

Darin bestätigen uns insbesondere auch zwei Studien bzw. Gutachten:

1. Die Steg-Studie: Diese Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen belegt den gesellschaftlichen und den individuellen Nutzen von Ganztagsschulen. Ganztags dient dem sozialen Lernen und der psychosozialen Förderung.

Die Motivation der Schülerinnen und Schüler nimmt deutlich zu. Sie entwickeln Sozialverhalten und ihr Selbstkonzept. Somit war und ist die Entscheidung der rot-grünen Landtagsmehrheit richtig, einen Schwerpunkt der Kultuspolitik auf den Ausbau der Ganztagsschulen zu legen.

2. In dem Gutachten des Aktionsrates Bildung, das am Dienstag in München präsentiert wurde, wird ausgeführt, dass Kinder mit ausländischen Wurzeln so rasch wie möglich in die Regelklassen integriert und so wenig wie möglich separiert werden sollten, und dass Kinder in Alltagssituationen am besten die Sprache erlernen, dass diese Kinder im Ganztag die beste Möglichkeit haben, Kontakte zu hier aufgewachsenen Kindern zu knüpfen und soziale Netzwerke aufzubauen.

Diese beiden fachlichen Expertisen belegen, dass wir mit unserem Ganztag den richtigen Weg beschritten haben!

Und es ist gut, dass wir diesen Weg auch mit finanziellen Mitteln bis 2019 in Höhe von 486 Millionen EUR hinterlegt haben.

Die Zahl der Ganztagsstunden ist von 51.000 im Schuljahr 2013/2014 auf 73.000 im Schuljahr 2015/2016 um 43 Prozent angestiegen.

Und es ist gut, dass wir von Ihrem starren Verständnis der Reglementierung weg und hin zu einem Ermöglichen des Ganztages gekommen sind. Während unter Herrn Althusmann nur ein rechtlich fragwürdiger offener Ganztag genehmigungsfähig war, hat Frauke Heiligenstadt für einen rechtlich sauberen Ganztag gesorgt und den Rechtsstreit mit der Rentenversicherung beigelegt. Wir ermöglichen nun offenen, teilgebunden und gebundenen Ganztag, so wie es vor Ort benötigt wird.

Das gehört zu einem bildungspolitischen Gesamtkonzept und damit kommen wir den Bedürfnissen des Flächenlandes Niedersachsen nach.

Und auch den Bereich der Integration hat diese Kultusministerin im Blick. Sie hat die Möglichkeit geschaffen, dass auch Schulsozialarbeit im Ganztag stattfinden kann.

Dort wo es gewünscht ist, kann auch im Ganztag Schulsozialarbeit aus dem Budget mitfinanziert werden. Damit können die ohnehin aufgestockten Schulsozialarbeiterstellen weiter ausgebaut werden.

Auch das gehört zu einem guten Ganztag dazu. Damit wird das soziale Miteinander an Schulen gestärkt und die Entwicklungschancen unterstützt und verbessert. Das verbessert auch die Gelingensbedingungen von guter Integration der zu uns kommenden Flüchtlingskinder!

So wird bereits heute dem Rechnung getragen, was die Experten des Aktionsrates Bildung am Dienstag in ihrem Gutachten zum Ausdruck gebracht und gefordert haben!

Was wir aber nicht brauchen ist ein rückwärtsgewandtes Bildungs- und Familienverständnis:

Wir brauchen keinen rechtlich fragwürdigen Ganztag, der einengt und reglementiert und dazu geführt hat, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt, wie es bis 2013 unter Herrn Althusmann der Fall war.

Wir brauchen aber auch kein Familienbild von gestern, dass die Schule von morgen gestalten will und dabei ganze Bevölkerungsgruppen ignoriert, wie es die AfD auf ihrem Parteitag am Wochenende deutlich gemacht hat.

Wir brauchen einen Ganztag mit einem sicheren rechtlichen Rahmen, der ausreichenden Gestaltungspielraum für die Schulen zulässt und angepasst an die Bedürfnisse der Regionen ist.

Diesen Ganztag haben wir nach unserer Regierungsübernahme auf den Weg gebracht und diesen Ganztag werden wir Schritt für Schritt weiter ausbauen und den Realitäten anpassen.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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